Ein Vorschlag macht Karriere

21.08.2018

Ein Vorschlag macht Karriere

Die im Jahr 2000 entstandene Band „Hoffmann-Projekt“ sorgt für gute Laune. So viel Herzlichkeit und unbekümmerte Freude, so viel Gastfreundschaft und Aufeinanderzugehen findet man selten. Es war kaum ein freier Platz zu finden.

Regina gefällt es sichtlich: „Ich hab Spaß!“, sagt sie. Auch Peter ist begeistert: „Schönes Fest!“ Die beiden sind Besucher des Sommerfests der Behindertenhilfe
Bergstraße in Auerbach. Hier steppt der Bär am Sonntagnachmittag. Reinhold Aaron
Werner steht mit aufgeknöpftem schwarzen Hemd am Mikro und singt mitreißend. Schon von Weitem hört man die rockigen Klänge und bekommt augenblicklich gute Laune. Das Hoffmann-Projekt spielt auf, eine Band aus Behinderten und Nichtbehinderten. Im Jahr 2000 ist die Band entstanden. Bassist Josef Rogala
erinnert sich gern zurück. Stefan Hoffmann, ein Bewohner von Haus 3, war es, der ein Jahr zuvor sein Bedürfnis geäußert hatte, Musik machen zu wollen. Ein Projekt darf sich im Rahmen der Arbeitsbegleitenden Maßnahmen (AbM) jeder, der in den Behindertenwerkstätten in Bensheim, Lorsch oder Fürth arbeitet, zusätzlich aussuchen. Kunst gab es schon. Auch Tanzen. Nur die Musik fehlte – dabei hatte Hoffmann einen ganzen Ordner selbst geschriebener Texte parat. (...)

In wechselnden Besetzungen sorgen die Musiker mit ihrer Performance eigener Songs bis heute für prächtige Stimmung. Mit dabei am Sonntag: Co-Sänger Alex Schaab, an der Mundharmonika Robby Wilhelm und Dirk Kronauer, Drummer Klaus Pelzer, Gitarrist Ingo Klos, Bianca Grossert am Keyboard und Bassist Josef Rogala. Christable Britto, eine FSJ-Kraft aus Indien, die über die Karl-Kübel-Stiftung nach Deutschland kam, sorgte mit der AbM-Gruppe Lorsch unter anderem mit einer indischen Line-Dance-
Darbietung für großen Beifall und spontane Nachahmer im Publikum. Auch die „Bürstädter Sterne“ begeisterten mit einer Tanz-Aufführung. (...)

Martin Kersjes, Leiter der Lorscher Behindertenwerkstatt unterstrich: „Wir wünschen
uns, dass uns die Menschen kennenlernen, die uns noch nicht kennen. Wer einmal hier
war, der kommt immer wieder.“ Inklusion könne nur realisiert werden, wenn sie in beide Richtungen gehe. Worte, die man nachvollziehen kann als Besucher, der zum ersten Mal da ist: So viel Herzlichkeit und unbekümmerte Freude, so viel Gastfreundschaft und Aufeinanderzugehen findet man selten.


Es war kaum ein freier Platz zu finden. Wer nicht tanzte, aß oder plauderte, schloss sich
Führungen an oder hatte die Qual der Wahl unter all den schönen Objekten aus Holz.
Die farbenfrohen Hingucker haben die Behinderten alle selbst gefertigt. (...)


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Kontakt

Behindertenhilfe Bergstrasse
gemeinnützige GmbH

Darmstädter Straße 150

64625 Bensheim