Beim Sommerfest in Fürth gibt es heißen Saft statt kühle Drinks

14.05.2019

Beim Sommerfest in Fürth gibt es heißen Saft statt kühle Drinks

Kalt ging es los. Fröstelnd trafen am Vormittag die ersten Gäste an der Behindertenwerkstatt ein. Und doch: Es wurde auch dieses Jahr wieder ein heißes Fest, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung vorlebten, wie man sich ohne Vorurteile und auf Augenhöhe begegnen kann.

Dabei stand auch das Sommerfest der Behindertenhilfe in Fürth wie eigentlich alle Aktivitäten der Weschnitztalgemeinde in diesem Jahr unter dem Stern der 50-jährigen deutsch-französischen Freundschaft. „Dorfkind trifft Flammkuchen“ hieß das Motto der Feier, wobei Dorfkind eine Fürther Biermarke bezeichnet.

Doch nicht nur Flammkuchen und Crêpes standen auf der Speisekarte. Gegrillte Leckereien wurden ebenso angeboten wie selbstgebackene Kuchen. Der Förderverein stellte sich flugs um auf die niedrigen Temperaturen. Statt alkoholfreie Cocktails schenkte er erst einmal heiße Säfte aus.

Auf der Bühne wurde, flankiert von den Wappen von Fürth und seiner Partnerstadt Thizy, ein buntes Programmgeboten mit Auftritten, Ansprachen und Ehrungen. Auch hier wechseln sich Menschen mit und ohne Behinderung ab. So amüsierten sich die Zuschauer über Auftritte der „Arbeitsbegleitenden Maßnahmen“ (AbM), die mit viel Humor Ausflüge an den Strand oder Modenschauen auf die Schippe nahmen. Doch auch Tanzgruppen eines örtlichen Tanzstudios, Liedvorträge der Schule am Katzenberg, der Wir-dabei-Kinderchor sowie die Band Hoffmann-Projekt, ein inklusives Musikprojekt der Behindertenhilfe, sorgten wie auch Alleinunterhalter Mario Böhm für Stimmung.

Auf dem Gelände rund um die Werkstatt konnte man sich an einigen Ständen weitergehend informieren. So war der Partnerschaftsverein Fürth-Thizy ebenso vor Ort wie der Familienunterstützende Dienst (FuD). Für die Gäste gab es unter anderem die Möglichkeit, an einem Spielparcours ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen.

Auch die politische Prominenz ließ sich blicken. Landrat Christian Engelhardt (CDU) nahm an der Ehrung der Jubilare teil. Die Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht (SPD) berichtete wiederum über die Neuerungen, die das Bundesteilhabegesetz mit sich bringt. Doch in der Behindertenwerkstatt Fürth wird, wie man im Gespräch mit Werkstattleiter Udo Dörsam schnell merkte, nicht nur gefeiert. Die Werkstatt ist mittlerweile so beliebt, dass immer mehr Menschen auch aus weiter entfernten Orten dort arbeiten oder die Tagesförderstätte besuchen wollen.

230 Menschen mit Behinderung nutzen zurzeit die Werkstatt, die eigentlich für 180 Personen ausgelegt ist. Manche Bereiche wie die Gartenabteilung wurden daher schon ausgelagert und Besprechungszimmer in Gruppenräume umfunktioniert. Doch Verbesserung ist in Sicht. 2020 soll der Spatenstich für einen Neubau erfolgen, in dem die Tagesförderstätte und die Angebote für eine Tagesstruktur für Rentner mit Behinderung einziehen können.

Ab Mittag setzte sich die Sonne immer mehr durch, es wurde wärmer, und immer mehr Mensch strömten zum Fest. Einträchtig lauschten sie dem Programm, begrüßten Bekannte und Freunde, unterhielten sich und zeigten einmal mehr, dass in Fürth Inklusion nicht nur ein abstrakter Begriff ist, sondern gelebt wird.

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