Wie schützt man sich vor Cyber-Mobbing

13.12.2019

Wie schützt man sich vor Cyber-Mobbing

Die Schülergruppe „Netzhelden“ aus Bürstadt klärt im Rahmen der Kreis-Prävention in den Fürther Einrichtung der Behindertenhilfe Bergstrasse (bhb) über Risiken auf.

Die Gefahr, zu viel von sich preiszugeben

 „Was geht gar nicht? Was sind die Regeln? Welche Einstellungen wähle ich?“ – das sind die Grundfragen im Umgang mit sozialen Netzwerken bei den verschiedenen Anbietern, um sich vor Cyber-Mobbing zu schützen. In der Bürstädter Erich-Kästner-Schule gibt es eine Schülergruppe namens „Netzhelden“, die solche Regeln und Tipps für ihre Mitschüler ausgearbeitet hat. Damit gehen sie auf Tournee, nicht nur in der eigenen Schule.
Im Rahmen der Präventionsarbeit des Kreises Bergstraße mit Dr. Iris Zolg und ihrer Assistentin Nadja Niestroy legten sie mit ihren Lehrerinnen Maike Sattler-Wolff und Lisa Heisl jetzt auch Station in der Behindertenwerkstatt Fürth der Behindertenhilfe Bergstraße (bhb) ein. Der Werkstattleiter Udo Dörsam freute sich über den Besuch und die stets gute Zusammenarbeit mit der Präventionsstelle, wie bereits durchgeführte Projekte zum Thema Zahnhygiene und Gesunde Ernährung aufgezeigt haben.
Vorteile nutzen, Nachteile bannen
Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch die Fürther Einrichtung mit 235 Beschäftigten und gut 45 Menschen, die hier in der Großgemeinde zentral und dezentral in den verschiedensten Wohnformen zusammenleben, stets gut vorbereitet. Dörsam berichtete von einem Erstkontakt vor 14 Tagen, vom gegenseitigen Beschnuppern.
Als die Bürstädter Gruppe gestern zum eigentlichen Anlass nach Fürth kam, war sie mit den Menschen hier und ihren Beeinträchtigungen längst vertraut. Auch Kreisbeigeordneter Volker Buser, zuständig für den Odenwald und in Vertretung von Landrat Christian Engelhardt und der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz, freut sich über solche Begegnungen und Fortbildungsveranstaltungen für Betreuerinnen und Betreuer sowie Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung. Die Gemeinde Fürth war durch Ersten Beigeordneten Ewald Pospischil vertreten.
Buser berichtete von einer Begegnung im Schwarzwald mit einem begeisterungsfähigen jungen Mann, der weder lesen noch schreiben kann. Seit dieser Begegnung bleiben sie in Kontakt mit sozialen Netzwerken: „Bilder und Filme gehen immer.“ Der Schülergruppe geht es nun darum, die Vorteile der modernen Medien weiter zu nutzen, aber sich vor den Nachteilen zu hüten.

Grundregeln

„Es geht um Prävention gegen Cyber-Mobbing“, erläutert Sattler-Wolff, „dass es erst gar nicht so weit kommt, denn dann ist es oft zu spät“. Das fängt mit den Hochladen von Bildern an, wie die Schüler in ihrer strukturierten Präsentation erläuterten: „Nur wenn alle Personen, die darauf zu sehen sind, einverstanden sind, darf es hochgeladen werden.“ Grundsätzlich gilt, keine Adresse, keine Telefonnummer und schon gar keine peinlichen Bilder von sich preiszugeben.
Nach dem kompakten Vortrag teilten die Schüler Bögen an die Seminarteilnehmer mit grundlegenden Fragen aus. Sie waren auch bereit, bei den persönlichen Einstellungen zu helfen. Emojis (positive und negative) gaben die Richtung der Antworten vor. Solche Fragen lauten dann: „Bei WhatsApp schreibt dir eine fremde Person. Er oder sie will wissen, wo du wohnst. Antwortest du?“ oder „Jemand schickt dir eine komische Nachricht und sagt, dass du sie weiterschicken musst, weil sonst etwas Schlimmes passiert. Was machst du: Löschen oder Weiterschicken?“. „Leitest du peinliche Bilder – womöglich von dir selbst, weiter?“ [...]

- Auszug aus dem Artikel von der Odenwälder Zeitung vom 13.12.2019

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Kontakt

Behindertenhilfe Bergstrasse
gemeinnützige GmbH

Darmstädter Straße 150

64625 Bensheim